Briefkopf im Anschreiben: DIN 5008, Aufbau und Beispiele
Der Briefkopf ist das Erste, was Personaler vom Anschreiben sehen — und die häufigste Quelle für Formfehler. Hier steht, was nach DIN 5008 wohin gehört: Absender, Empfänger, Datum, mit komplettem Beispiel und den Regeln für moderne Designs.
Von Redaktion ·
Das Wichtigste in Kürze
- Der Briefkopf des Anschreibens besteht aus drei Blöcken in fester Reihenfolge: eigener Absender oben, darunter der Empfänger, danach das Datum rechtsbündig.
- Die DIN 5008 ist keine Pflicht, aber der anerkannte Standard für Geschäftsbriefe — wer sich daran hält, wirkt professionell und macht keine vermeidbaren Formfehler.
- In den Absender gehören Name, Adresse, Telefonnummer und eine seriöse E-Mail-Adresse; ins Empfängerfeld Firma, Ansprechpartner mit Titel und die vollständige Anschrift.
- Der Zusatz „z. Hd.“ ist veraltet und wird nicht mehr verwendet — der Name des Ansprechpartners steht einfach in einer eigenen Zeile unter dem Firmennamen.
- Moderne Anschreiben-Designs dürfen die Absenderdaten als Kopfzeile oder Kontaktleiste setzen — solange Empfängerblock und Datum als klassische Briefelemente erhalten bleiben.
Bevor jemand die erste Zeile deines Textes liest, hat er den Briefkopf schon gesehen — und im Zweifel schon geurteilt. Der Briefkopf im Anschreiben ist reine Formsache, aber genau deshalb so tückisch: Fehler wirken hier nicht kreativ, sondern nachlässig. Die gute Nachricht: Mit der DIN 5008 gibt es eine klare Vorlage, an der du dich entlanghangeln kannst. Dieser Artikel behandelt bewusst nur den Kopf des Briefes — für den Textteil gibt es den eigenen Ratgeber zum Anschreiben-Aufbau.
Was gehört in den Briefkopf?
Drei Blöcke, feste Reihenfolge, von oben nach unten:
- Dein Absender — Vor- und Nachname, Straße und Hausnummer, PLZ und Ort, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Optional: LinkedIn- oder Portfolio-Adresse als Textzeile.
- Der Empfänger — Firmenname, Ansprechpartner mit Titel, ggf. Abteilung, Straße, PLZ und Ort.
- Das Datum — rechtsbündig, mit Ort: „Berlin, 12. Juli 2026“.
Danach folgen Betreffzeile (fett, ohne das Wort „Betreff“) und Anrede — und dann erst beginnt der eigentliche Brief.
DIN 5008 verständlich erklärt
Die DIN 5008 ist die deutsche Norm für die Gestaltung von Geschäftsbriefen. Für Bewerbungen ist sie nicht verpflichtend, aber der Standard, den Personaler kennen und erwarten. Die wichtigsten Regeln für den Briefkopf:
| Element | Platzierung nach DIN 5008 |
|---|---|
| Absender | oben, linksbündig oder als gestaltete Kopfzeile |
| Empfänger | linksbündig, unterhalb des Absenders |
| Datum | rechtsbündig, mit Ortsangabe |
| Betreff | fett, zwei Leerzeilen nach dem Datum |
| Anrede | zwei Leerzeilen nach dem Betreff |
Zwischen Absender- und Empfängerblock lässt du mindestens eine Leerzeile, zwischen den Blöcken und dem Betreff großzügig Platz. Als Schrift genügt eine gut lesbare Standardschrift in 10 bis 12 Punkt. Die Seitenränder liegen bei etwa 2,5 cm links und mindestens 2 cm rechts.
Komplettes Briefkopf-Beispiel
So sieht der klassische Kopf mit Platzhaltern aus:
[Vorname Nachname] [Straße Hausnummer] [PLZ Ort] [Telefonnummer] [E-Mail-Adresse]
[Firmenname] [Frau/Herr Titel Vorname Nachname] [Abteilung, falls bekannt] [Straße Hausnummer] [PLZ Ort]
[Ort], [Datum]
Bewerbung als [Position], Referenznummer [XY-123]
Sehr geehrte Frau [Nachname],
Diese Struktur kannst du eins zu eins übernehmen — nur die Platzhalter ersetzen und prüfen, ob die Referenznummer aus der Anzeige übernommen ist.
Moderne Varianten: Kopfzeile und Kontaktleiste
Design-Anschreiben aus aktuellen Vorlagen setzen die Absenderdaten oft nicht mehr als Block, sondern als gestaltete Kopfzeile: Name groß, darunter Telefon, E-Mail und Ort in einer Zeile, häufig farblich abgesetzt und passend zum Lebenslauf-Design. Das ist völlig akzeptiert und wirkt zeitgemäß — unter zwei Bedingungen:
- ✅ Der Empfängerblock und das Datum bleiben als klassische Briefelemente erhalten.
- ✅ Alle Kontaktdaten sind vollständig: Wer die Telefonnummer weglässt, weil die Kopfzeile sonst zu voll wirkt, spart an der falschen Stelle.
Einheitlichkeit zählt: Kopfzeile im Anschreiben und Kopfzeile im Lebenslauf sollten aus einem Guss sein.
Empfänger korrekt adressieren
Der Empfängerblock entscheidet, ob dein Brief als individuell oder als Massenware gelesen wird:
- Ansprechpartner nennen — der Name steht in einer eigenen Zeile unter dem Firmennamen. Er findet sich fast immer in der Anzeige, auf der Karriereseite oder per kurzem Anruf.
- Titel gehören dazu — „Frau Dr. Meier“ statt „Frau Meier“, wenn der Titel bekannt ist.
- Abteilung ergänzen, wenn sie in der Anzeige genannt ist — das hilft der Poststelle größerer Unternehmen.
- Ohne Namen: an die Abteilung adressieren („Personalabteilung“) und in der Anrede auf „Sehr geehrte Damen und Herren“ ausweichen — aber erst, nachdem die Recherche wirklich nichts ergeben hat.
Häufige Fehler im Briefkopf
- „z. Hd.“ verwenden — der Zusatz ist seit Jahren veraltet; der Name steht einfach in einer eigenen Zeile.
- E-Mail-Adresse oder Telefonnummer vergessen — die häufigste Lücke, ausgerechnet bei den Rückkanal-Daten.
- Unseriöse E-Mail-Adresse — sunnygirl93@… gehört nicht in eine Bewerbung; Vorname.Nachname ist der Standard.
- Altes Datum — ein zwei Wochen altes Datum verrät, dass der Brief schon durch mehrere Postfächer gewandert ist.
- Empfängerdaten mit Fehlern — falsch geschriebener Firmenname oder Nachname ist der schnellste Weg zur Absage.
- Alte DIN-Regeln mischen — Leerzeilen-Schemata aus den 90ern und „z. Hd.“ wirken wie aus dem Vorlagenbuch von damals.
Checkliste: Briefkopf vor dem Absenden
- Absender komplett: Name, Adresse, Telefon, seriöse E-Mail?
- Empfänger mit Firmenname, Ansprechpartner (inkl. Titel) und korrekter Anschrift?
- Kein „z. Hd.“ verwendet?
- Datum aktuell, rechtsbündig, mit Ort?
- Betreff fett, ohne das Wort „Betreff“, mit Referenznummer aus der Anzeige?
- Namen von Firma und Ansprechpartner buchstabengenau geprüft?
Wenn der Kopf steht, fehlt noch der Brief darunter. Unser KI-Anschreiben-Generator übernimmt beides: Er setzt deine Kontaktdaten und den Empfänger automatisch in ein sauberes, DIN-gerechtes Layout und entwirft dir dazu den Text — du prüfst nur noch Namen und Details.
Häufige Fragen
- Was gehört in den Briefkopf eines Anschreibens?
- Drei Blöcke: dein Absender (Name, Adresse, Telefon, E-Mail), darunter der Empfänger (Firma, Ansprechpartner, Anschrift) und das Datum, rechtsbündig. Danach folgen Betreffzeile und Anrede. Diese Reihenfolge entspricht der DIN 5008 und ist der Standard für Bewerbungen in Deutschland.
- Ist die DIN 5008 für Bewerbungen Pflicht?
- Nein, sie ist eine Norm für Geschäftsbriefe, kein Gesetz. Personaler kennen sie aber als Standard — ein Anschreiben, das sich grob daran orientiert, wirkt aufgeräumt und professionell. Bei Design-Vorlagen sind Abweichungen erlaubt, solange alle Angaben vorhanden und auffindbar sind.
- Wie schreibe ich das Datum im Anschreiben?
- Rechtsbündig, mit Ort: etwa „Berlin, 12. Juli 2026“ oder „Berlin, 12.07.2026“. Die ausgeschriebene Monatsvariante wirkt eleganter. Das Datum sollte dem Versandtag entsprechen — ein Wochen altes Datum verrät Massenversand.
- Was mache ich, wenn ich keinen Ansprechpartner habe?
- Erst recherchieren: Stellenanzeige, Firmenwebsite, LinkedIn oder ein kurzer Anruf klären den Namen meist schnell. Findet sich niemand, adressierst du an die Abteilung, zum Beispiel „Personalabteilung“, und wählst als Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Der veraltete Zusatz „z. Hd.“ entfällt in jedem Fall.
- Darf der Briefkopf im modernen Design anders aussehen?
- Ja. Viele Vorlagen setzen Name und Kontaktdaten als gestaltete Kopfzeile oder seitliche Leiste. Das ist völlig akzeptiert, solange Empfängerblock und Datum als klassische Briefelemente erhalten bleiben und alle Kontaktdaten vollständig sind — Telefonnummer und E-Mail-Adresse eingeschlossen.