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Der Lebenslauf: alles, was 2026 hineingehört (und was nicht)

Geburtsdatum, Foto, Hobbys, Führerschein — was gehört 2026 wirklich in den Lebenslauf, was ist freiwillig, was schadet? Dieser Überblick sortiert alle Angaben in drei Kategorien und ordnet die aktuellen Entwicklungen nüchtern ein.

Von Redaktion ·

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflicht im Lebenslauf sind nur Name, Kontaktdaten, Berufserfahrung, Ausbildung und relevante Kenntnisse — deutlich weniger, als viele glauben.
  • Foto, Geburtsdatum und Familienstand sind seit dem AGG freiwillig: Kein Arbeitgeber darf sie verlangen, und der Trend geht klar zum Weglassen.
  • Raus gehören Grundschule, Religionszugehörigkeit, Gehaltsangaben und Selbstverständlichkeiten wie „MS Word-Grundkenntnisse“ — sie kosten Platz und nutzen nichts.
  • Der Lebenslauf wird zuerst von Software und am Handy gelesen: klare Struktur, echter Text und ein starkes Kurzprofil zählen mehr denn je.
  • Sonderfälle wie Lücken oder Quereinstieg löst du durch ehrliche, aktive Benennung — nicht durch Tricks mit Jahreszahlen oder kreativen Layouts.

Kaum ein Dokument wird so oft überfrachtet wie der Lebenslauf: Geburtsort, Grundschule, Familienstand, drei Zeilen Hobbys — vieles davon steht nur drin, weil es „schon immer so gemacht wurde“. Dabei hat sich gerade in den letzten Jahren einiges geändert. Dieser Überblick sortiert alle Angaben in drei Kategorien — gehört rein, kann rein, gehört raus — und ordnet die aktuellen Entwicklungen ein. (Den Schritt-für-Schritt-Aufbau mit allen Abschnitten findest du in unserem Ratgeber zum Lebenslauf schreiben.)

Die große Übersicht: rein, kann, raus

AngabeKategorieBegründung
Name, Telefon, E-Mail, WohnortGehört reinOhne Kontaktdaten keine Einladung
Berufserfahrung mit ZeiträumenGehört reinKern des Lebenslaufs
Ausbildung / StudiumGehört reinHöchster Abschluss zählt
Relevante Kenntnisse (Sprachen, Software)Gehört reinDirekt anforderungsbezogen
FotoKann reinFreiwillig seit AGG, Trend zum Weglassen
GeburtsdatumKann reinFreiwillig; Weglassen beugt Altersdiskriminierung vor
HobbysKann reinNur mit Aussagekraft für die Stelle
FührerscheinKann reinNur wenn für die Stelle relevant
GrundschuleGehört rausKeine Aussagekraft ab dem ersten Abschluss
Religionszugehörigkeit, Familienstand, ElternGehört rausPrivatsache, AGG-geschützt
GehaltsvorstellungGehört rausGehört ins Anschreiben, wenn gefordert
Selbstverständlichkeiten („MS Word-Grundkenntnisse“)Gehört rausKostet Platz, signalisiert Substanzmangel

Pflichtangaben: das Fundament

Die Pflichtliste ist kurz: vollständiger Name, Kontaktdaten, Berufserfahrung, Ausbildung, relevante Kenntnisse. Bei den Kontaktdaten genügen Telefonnummer, seriöse E-Mail-Adresse und Wohnort — die vollständige Postanschrift ist verzichtbar geworden, seit Korrespondenz digital läuft. Bei Erfahrung und Ausbildung zählen lückenlose Zeiträume mit Monat und Jahr; was inhaltlich in jede Station gehört, ist Thema unseres Aufbau-Ratgebers.

Freiwillige Angaben: Foto, Geburtsdatum, Hobbys & Co.

Hier entscheidet der Einzelfall — mit klaren Tendenzen:

  • Foto: In Deutschland traditionell üblich, aber seit dem AGG freiwillig. Wenn ja, dann professionell und aktuell. Immer mehr Unternehmen bitten ausdrücklich um Bewerbungen ohne Foto.
  • Geburtsdatum: Weglassen ist völlig legitim und schützt vor unbewusster Altersdiskriminierung.
  • Hobbys: nur mit Erzählwert. ❌ „Lesen, Reisen, Musik“ → ✅ „Jugendtrainer im Handballverein (seit 2019)“ — das eine ist Füllmaterial, das andere belegt Verantwortung.
  • Führerschein: nur angeben, wenn die Stelle Mobilität verlangt (Außendienst, Fahrtätigkeit, Schichtbetrieb ohne ÖPNV-Anbindung).
  • Ehrenamt und Weiterbildungen: fast immer ein Plus, wenn sie aktuell sind und zur Richtung passen.

Was sich zuletzt geändert hat

Vier Entwicklungen prägen den Lebenslauf 2026:

  1. Weniger persönliche Daten. Das AGG hat Foto, Alter und Familienstand zu freiwilligen Angaben gemacht — die anonymisierte Bewerbung ist zwar nicht Standard geworden, aber die Erwartung „weniger Privates“ schon.
  2. KI-Screening. Viele Unternehmen lassen Lebensläufe automatisch auslesen und vorsortieren. Das belohnt klare Struktur, Standard-Überschriften und echten Text — und bestraft Textboxen und Design-Spielereien.
  3. Mobile Lesbarkeit. Personaler lesen Bewerbungen zunehmend am Handy. Kleinteilige Layouts mit drei Spalten funktionieren dort nicht; ein klares, luftiges Dokument schon.
  4. Das Kurzprofil ist Standard geworden. Drei bis vier Zeilen Positionierung am Anfang beantworten die wichtigste Frage — wer bist du beruflich? — bevor jemand zu blättern beginnt.

Sonderfälle kurz eingeordnet

Beispiel — Lücke aktiv benannt: 05/2024 – 01/2025 | Berufliche Neuorientierung und Weiterbildung Umschulung Richtung IT-Support, parallel Zertifikat „IT-Grundlagen“ abgeschlossen

  • Lücken: ab etwa drei Monaten aktiv benennen (Neuorientierung, Pflege, Weiterbildung) statt mit Jahreszahlen zu tricksen — so wie im Beispiel oben.
  • Quereinstieg: Das Kurzprofil erklärt den Wechsel, die Stichpunkte betonen übertragbare Erfahrungen. Mehr dazu im Ratgeber zu Lebenslauf Mustern.
  • Viel Erfahrung: Auf zwei Seiten begrenzen — Stationen, die älter als 15 Jahre sind, kannst du zusammenfassen oder streichen.
  • Wenig Erfahrung: Ausbildung nach oben, Praktika und Nebenjobs wie echte Stationen behandeln; eine Seite genügt.

Nicht alles, was als „modern“ verkauft wird, hilft dir. Video-Lebensläufe und aufwendig gestaltete Design-CVs bleiben Nischenformate für Kreativberufe. Skill-Balken („Excel: 80 %“) sehen modern aus, sagen aber nichts Prüfbares. QR-Codes zum Portfolio sind nett, ersetzen aber keinen klaren Kenntnisse-Abschnitt. Bleibende Verbesserungen sind unspektakulär: Kurzprofil, messbare Ergebnisse, saubere Struktur, mobile Lesbarkeit — genau das, was Mensch und Software gleichermaßen lesen können.

Die häufigsten Fehler

  1. Überfrachtung mit Privatem — Familienstand, Konfession und Geburtsort haben im Lebenslauf nichts verloren
  2. Grundschule und Uralt-Stationen — ab dem ersten Abschluss zählt nur noch der relevante Werdegang
  3. Füll-Hobbys ohne Aussage — „Lesen, Reisen“ streicht jeder Personaler innerlich mit
  4. Alles hineinpacken aus Angst, etwas zu vergessen — der Lebenslauf ist eine Auswahl, kein Archiv
  5. Einmal schreiben, nie aktualisieren — jede Bewerbung verdient einen Blick auf Passung und Aktualität

Checkliste: dein Lebenslauf 2026

  • Alle Pflichtangaben drin: Name, Kontakt, Erfahrung, Ausbildung, Kenntnisse?
  • Bewusst entschieden bei Foto und Geburtsdatum — statt aus Gewohnheit angegeben?
  • Grundschule, Konfession, Familienstand und Füll-Hobbys gestrichen?
  • Kurzprofil am Anfang, das deine Positionierung in drei Zeilen klärt?
  • Struktur auch am Handy und für Software lesbar (kein Spalten-Design, echter Text)?
  • Lücken aktiv benannt statt kaschiert?

Wenn du beim Aussortieren unsicher bist, was für deine Situation gilt: Unser KI-Lebenslauf-Generator kennt diese Regeln, baut nur die sinnvollen Angaben aus deinem Profil ein — und du entscheidest bei Foto und Geburtsdatum bewusst, statt aus Gewohnheit.

Häufige Fragen

Welche Angaben sind im Lebenslauf Pflicht?
Verzichtbar ist erstaunlich viel — unverzichtbar sind nur: vollständiger Name, Kontaktdaten (Telefon, E-Mail, Wohnort), Berufserfahrung, Ausbildung und die für die Stelle relevanten Kenntnisse. Alles andere, vom Foto bis zum Geburtsdatum, ist freiwillig.
Muss ein Foto in den Lebenslauf?
Nein. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darf kein Arbeitgeber ein Foto verlangen. In Deutschland ist es traditionell noch verbreitet, der Trend geht aber zum Weglassen — größere Unternehmen bitten teils ausdrücklich um Bewerbungen ohne Foto. Wenn du eines nutzt, dann ein aktuelles, professionelles.
Gehört das Geburtsdatum noch in den Lebenslauf?
Es ist freiwillig. Immer mehr Bewerber lassen es weg, um Altersdiskriminierung vorzubeugen — das AGG verbietet Benachteiligung wegen des Alters ausdrücklich. Nachteile durch das Weglassen musst du nicht befürchten; wer es angibt, tut das aus Gewohnheit, nicht aus Pflicht.
Soll ich Hobbys im Lebenslauf angeben?
Nur wenn sie etwas Relevantes über dich erzählen: Vereinsvorstand zeigt Verantwortung, Mannschaftssport Teamfähigkeit, ein Tech-Blog Fachinteresse. Generische Aufzählungen wie „Lesen, Reisen, Musik“ kosten Platz ohne Aussage. Riskante oder polarisierende Hobbys lässt du besser weg.
Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf um?
Lücken ab etwa drei Monaten benennst du aktiv und positiv: „Berufliche Neuorientierung“, „Pflege eines Angehörigen“, „Weiterbildung“. Tricks wie reine Jahresangaben statt Monaten fallen im Gespräch auf und beschädigen das Vertrauen. Eine erklärte Lücke ist kein Ausschlusskriterium — eine vertuschte schon eher.

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